Federspiel – Zwischen Volksmusik, Blasmusik und neuen Klangwelten
Sieben Musiker, ein gemeinsamer Klang und ein musikalischer Weg, der weit über klassische Blasmusik hinausführt: Federspiel gehört zu den ungewöhnlichsten Bläserformationen Österreichs. Seit der Gründung im Jahr 2004 in der Wachau verbindet das Ensemble traditionelle Volksmusik mit internationalen Einflüssen, eigenen Kompositionen und modernen Klangideen.
Was zunächst mit Polka und Walzer auf den alten Dielen eines Wirtshauses begann, entwickelte sich über zwei Jahrzehnte zu einer eigenständigen musikalischen Sprache. Federspiel zählt heute zu den innovativen Klangkörpern der europäischen Blasmusikszene und ist längst auf großen Konzertbühnen im In- und Ausland zu Hause.
Sieben Musiker und ein eigener Stil
Federspiel besteht aus sieben Musikern. Zur aktuellen Besetzung gehören Frédéric Alvarado-Dupuy, Simon Zöchbauer, Philip Haas, Christoph Moschberger, Thomas Winalek, Christian Amstätter und Roland Eitzinger. Die Instrumentierung reicht von Klarinette, Trompeten und Flügelhörnern über Posaunen bis zur Tuba; auch Gesang gehört zum musikalischen Konzept der Formation.
Der besondere Reiz liegt dabei im Zusammenspiel unterschiedlicher musikalischer Welten. Federspiel greift auf alpenländische Volksmusik zurück, verarbeitet aber ebenso Einflüsse aus anderen europäischen Traditionen. Dazu kommen Jazz, Weltmusik, perkussive Elemente und elektronische Klangfarben. Aus diesen unterschiedlichen Zutaten entsteht ein Sound, der sich nur schwer einer einzigen Schublade zuordnen lässt.
Von der Volksmusik zur eigenen Klangsprache
Die musikalischen Wurzeln von Federspiel liegen klar in der traditionellen Volksmusik. In der Anfangszeit beschäftigten sich die Musiker unter anderem mit Polkas und Walzern sowie mit weniger bekannten traditionellen Stücken aus Österreich.
Mit der Zeit wurden daraus immer mutigere Arrangements und schließlich immer mehr Eigenkompositionen. Stücke wie „Tau“ oder die symphonisch angelegte Tondichtung „Kronos“ zeigen, wie weit sich Federspiel von den ursprünglichen Anfängen entfernt hat, ohne die eigenen musikalischen Wurzeln aufzugeben. Auch internationale Musik findet ihren Platz im Repertoire – beispielsweise Joe Zawinuls „The Harvest“, das Federspiel für ein Gedenkkonzert adaptiert hat.
Dabei geht es der Formation nicht darum, musikalische Virtuosität möglichst spektakulär zur Schau zu stellen. Vielmehr stehen Zusammenspiel, Klangfarben und die Wirkung einer Komposition im Mittelpunkt. Genau diese Mischung aus technischer Präzision und musikalischer Leichtigkeit prägt den charakteristischen Federspiel-Stil.
20 Jahre Federspiel
2024 konnte Federspiel auf 20 Jahre Bandgeschichte zurückblicken. Gefeiert wurde das Jubiläum unter anderem am 9. Oktober 2024 im Wiener Konzerthaus. Für das Jubiläumskonzert kamen neben dem Ensemble weitere Musiker und Gäste zusammen. Das Programm zeigte dabei eindrucksvoll die musikalische Entwicklung der Gruppe – von traditionellen Wurzeln bis zu Eigenkompositionen und zeitgenössischen Bearbeitungen.
Aus den Erfahrungen dieser zwei Jahrzehnte entstand schließlich der nächste musikalische Schritt: „Wir & Jetzt“.

„Wir & Jetzt“ – Federspiel im Hier und Jetzt
Mit dem Programm „Wir & Jetzt“ richtet Federspiel seit 2026 den Blick nach vorne. Der Titel beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und greift dabei auch gesellschaftliche Fragen auf.
Das „Wir“ steht für Gemeinschaft und die Verbindung zwischen den Generationen. Das „Jetzt“ beschreibt dagegen den Moment des musikalischen Zusammenspiels – den Augenblick, in dem Timing, Konzentration und gegenseitige Aufmerksamkeit entscheidend werden.
Musikalisch setzt Federspiel diesen Gedanken mit neuen Kompositionen und Arrangements um. Das Programm verbindet die gereifte Klangsprache des Ensembles mit neuen Ideen und zeigt, wie vielseitig ein gemischter Bläsersatz eingesetzt werden kann. Das gleichnamige Album „Wir & Jetzt“ ist 2026 erschienen.
Auch die Konzerttermine zeigen, wie breit Federspiel mittlerweile aufgestellt ist. Neben Österreich stehen regelmäßig Auftritte in Deutschland und weiteren europäischen Ländern auf dem Programm. Für 2027 sind unter anderem Konzerte im Festspielhaus St. Pölten, im Stadttheater Greif in Wels, in der TauberPhilharmonie und im Liszt Zentrum Raiding angekündigt.
Musik für unterschiedliche Generationen
Federspiel beschränkt sich dabei nicht auf klassische Konzertprogramme. Mit „Federspielchen“ hat das Ensemble beispielsweise ein eigenes Programm für junges Publikum entwickelt. Kinder ab drei Jahren werden dabei spielerisch an Musik, Instrumente und musikalische Begriffe herangeführt.
Auch das Weihnachtsprogramm „Von der langsamen Zeit“ zeigt die Vielseitigkeit der Formation. Darin verbindet Federspiel traditionelle Weihnachts- und Wintermusik aus unterschiedlichen Regionen mit modernen Klangexperimenten.
Federspiel – Tradition, die sich weiterentwickelt
Federspiel zeigt eindrucksvoll, wie offen traditionelle Volksmusik sein kann. Die sieben Musiker greifen ihre musikalische Herkunft auf, bleiben dabei aber nicht in bestehenden Grenzen stehen. Aus Polka, Walzer, Volksmusik und Blasmusik sind über die Jahre eigene Kompositionen und eine unverwechselbare Klangsprache entstanden.
Gerade diese Verbindung macht Federspiel zu einer besonderen Formation innerhalb der österreichischen Musiklandschaft: traditionell verwurzelt, musikalisch anspruchsvoll und gleichzeitig offen für neue Einflüsse.
Mehr Informationen zur Formation findet Ihr auf der Homepage: https://www.feder-spiel.at
Redaktion Volksmusiknews.at
